f Psychogeplauder

Sonntag, 26. Januar 2020

Außen cool, innen heiß


Außen  cool,  innen  heiß:
seltenes  Restexemplar  einer
unverstandenen  Spezies


Auf dem Foto sieht man ein Faschingskostüm, aber der Artenschutz im Allgemeinen hat nicht nur karnevalsmäßige Bedeutung. 
Obgleich, historisch betrachtet, am Anfang nur die Psychoanalytiker da waren und erst viel später sich aus dieser brillanten Urmatrix einige tiefenpsychologische Therapeuten quasi als revoluzzerhafte unbedeutende Nebenlinie entwickelten,

Dienstag, 14. Januar 2020

Coming soon: "Aussen cool, innen heiß"

... eine der nahenden Fastnacht entsprungene, aber ernst gemeinte Überlegung zur Rettung von Arten, die vom Aussterben bedroht sind - Margarethe fordert Welpenschutz für die Normvarianten unserer bunten Psychoszene!! Nicht nur Patienten, auch Therapeuten haben Anspruch auf Selbstentfaltung. Demnächst hier nachzulesen.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Weihnachten über Kreuz





Nach vielen recherchereichen Jahren… habe ich begriffen, was hinter den etwas betulichen Formulierungen der Weihnachtskarten, -briefe und E-Mails steckt: Es sind die Wünsche für das Eintreten dessen, was über die sogenannten Feiertage am unwahrscheinlichsten eintreten wird. Logo. Da hätte ich eigentlich schon früher drauf kommen können: Das, was sowieso erwartbar ist, braucht man ja auch niemandem extra zu wünschen. Da haben wir folgende Wunsch-Attribute für Weihnachten: besinnlich, geruhsam, ruhig, angenehm, im Familienkreis, im Kreise der Lieben, gesegnet oder einfach… schön! „Joyeux“ ist schon eher etwas von den Franzosen Bemühtes, also jedenfalls ist mir aufgefallen, dass das Wort „fröhlich“ im weihnachtlichen Deutschland eher bei netten Spielfilmen oder in Kirchenliedern vorkommt. Aber das Glück wird spätestens bei den – praktischerweise – im Doppelpack gleich mitgelieferten Neujahrswünschen dann bemüht.

Realiter beginnt die unschlagbare Hetze schon Ende November. Und was danach kommt… ist eher die Erfahrung des Fehlenden (dessen, was uns in diesen Tagen immerzu gewünscht wird). In der Weihnachtszeit – und ganz besonders an den Feiertagen – wird uns all das bewusst, was wir noch nie hatten oder was wir nicht mehr haben. Zeit, Gemeinsamkeit, Harmonie ohne familiäre Hintergrundkonflikte. Das Unausgesprochene bedrängt uns, das während des Jahres erfolgreich Verdrängte. Es ist das Gegenteil von Besinnlich. Besinnlichkeit meint einen aktiven, höchst bewussten und gesteuerten Vorgang. Eine Haltung, um die wir uns bemühen, um aus ihr Kraft zu beziehen. Dagegen ist die nachdenkliche Sentimentalität eine vor allem emotionale Verfasstheit, die uns gegen unseren Willen ereilt, an die Oberfläche drängt, ohne uns zu fragen, uns oft nicht besinnlich, sondern bedrückt und bedrängt zurücklässt.

Immer häufiger höre ich in der Praxis von meinen Patienten den Satz: „Ich bin froh, wenn´s rum ist“. Früher schrieb ich ihn denen zu, die keine oder eine zerstrittene Familie haben. Oder den Atheisten, die mit dem Festrummel zu Recht wenig anzufangen wissen. Heute sehe ich klarer: Der Herausforderung des Gewahrwerdens des Fehlenden müssen wir uns alle stellen. Und es scheint mir, als wüchse die Kluft zwischen medial getriggerter Erwartung und dem Fehlenden immer mehr. Gen Himmel.



                                     

Montag, 9. Dezember 2019

Deppen im Dienst


Vorsicht,  Bluff!


Neulich saß ich wieder einmal in einem öffentlichen Verkehrsmittel. Normalerweise mache ich da Milieustudien und peile darüberhinaus die gesamtgesellschaftliche Lage. Diesmal wollte ich aber bloß im Zug von A nach B fahren, genauer gesagt, ich habe meine Patentante besucht und das ohne Auto, denn draußen waren die Straßen glatt und eisig. Aber es wurde dann trotzdem eine Milieustudie draus. Was willste machen, die Trigger waren derart stark, dass ich gar nicht anders konnte.


Bei der zweiten Haltestelle meiner Reise stiegen zwei ausgebildete Fachkräfte der DB Sicherheit zu.

Freitag, 8. November 2019

Zu kurze Röcke


Geht  doch  noch...
oder ?


Ein außerordentlich sensibles Thema ist die Frage des richtigen Zeitpunktes. Diese Frage betrifft nicht nur Anfänge oder Premieren (Wann wagt ein Sekundarstufe-Zwei-Schüler den ersten Kuss? Wann ist der richtige Moment, den jahrelang schweigenden Chef um eine Gehaltserhöhung zu bitten?).
Genauso wichtig und somit von mindestens ebenbürtiger Relevanz ist die Frage des Aufhörens.

Freitag, 11. Oktober 2019

Travel & work




Circa jede vierte Arbeitswoche des gewissenhaften Therapeuten endet mit einem Pendlertag. Man trifft sich zur Besprechung.

Mittwoch, 11. September 2019

Apothekerfragen


Zu  Risiken  und  Nebenwirkungen  fragen
Sie  Ihren  Partner  oder  ihren  Therapeuten!



Vor allem bei jenen Behandlungsmethoden, die man gelegentlich weich nennt, gibt es ja immer wieder mal, in unregelmäßigen Abständen, Wirkungsdiskussionen. Die Homöopathen, Marketingkünstler seit über 200 Jahren, sind schon früh drauf gekommen, dass es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass etwas wirkt, wenn es so gar keine Nebenwirkungen hat.

Samstag, 17. August 2019

Das Rouge der Marquise



Make Up - Trend  mit
Deutungspotential


Wenn Du als Therapeut arbeitest, insbesondere mit der Spezialität der Psychoanalyse oder Tiefenpsychologie, ist es Dein Job zu interpretieren. Du passt also auf, was Dein Patient Dir via Symptombeschreibung, Träumen, seiner Beziehungsgestaltung Dir gegenüber, Versprechern und sonstiger sogenannter Produktionen des Unbewussten nun mitteilen will – und zwar: eigentlich mitteilen will. Der Job ist in den Augen der Umwelt oft interessant (Hellseher-Qualitäten werden Dir zugedacht) bis hin zu gemein (fieser Entlarver, Kripo-Allüren). Abgesehen davon, ist er vor allem eines: gar nicht so einfach.

Samstag, 20. Juli 2019

Edith entdeckt die theory of mind (Empathie 3)


Stolperstein für Edmund Husserl
vor dem Haupteingang des Kollegiengebäudes I
der Universität Freiburg




Neben der Neurobiologie haben wir noch eine weitere Erkenntnisdisziplin für das zwischenmenschliche Verstehen, die Philosophie, zu berücksichtigen. Edith STEIN, eine Schülerin Edmund HUSSERL´s, des berühmten Begründers der Phänomenologie, hat diesen anderen Teil des Verstehens, der sich nicht auf die Entdeckung der Spiegelneuronen gründet, vertieft und in ihrer Doktorarbeit erläutert.

Samstag, 22. Juni 2019

Spieglein Spieglein (Empathie 2)



Zuverlässig,  aber  nicht  sehr  kreativ





Einer Arbeitsgruppe der Universität Parma war es vor Jahren gelungen, unseren emotionalen Resonanzboden für körperliche oder körpernahe Vorgänge in unserem Gegenüber zu erklären. Genauer gesagt, man fand in Form der sogenannten mirror neurons, der Spiegelnervenzellen, ein stoffliches, den Regel der neuronalen Erregung unterworfenes System unserer Wahrnehmung heraus, das immer dann aktiviert wird, wenn der Körper einer anderen Person, sei es durch Motorik, Mimik oder Schmerzanzeichen, Signale aussendet, die wir mit unseren fünf Sinnen aufnehmen können.